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Bewerberdatenbank: Gefunden werden statt zu finden?

In Zeiten der Arbeitnehmerknappheit gelangen Mitarbeiter zu einem neuen Selbstbewusstsein. Das ist berechtigt. Viele Jahre saß der Arbeitgeber am längeren Hebel. Es ist mittlerweile realistisch, dass ein Unternehmen um Angestellte werben muss. Die Nachricht ist nicht neu. Viele Berater verdienen ihren Unterhalt mit dem Erarbeiten von einem „Employer Branding Strategy“, dem Optimieren der „Candidate Experience“ oder dem Suchen eines „Chief Happiness Officers“. Nachdem der Arbeitgeber neue Wege ge
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Was ist besonders an der Zahl der Arbeitslosen Ende Mai?

Die Aussage „Tiefster Stand seit der Wiedervereinigung“ überrascht nicht länger. Die Meldung haben wir bereits häufiger gesehen. Diesmal fällt aber auf, dass die Arbeitslosenquote auf 5,1 Prozent gesunken ist. Damit sind wir ganz nah an einer „4“ dran. Ist dieses der Fall, sprechen Arbeitsmarktexperten von Vollbeschäftigung. Natürlich ist dann noch eine leichte Fluktuation möglich, aber viel tiefer fällt die Arbeitslosigkeit nicht. In den verbleibenden Prozentpunkten sind dann die Personen entha
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Das umgekehrte Vorstellungsgespräch

Gestern bin ich nach Remscheid gefahren. Eine Dame, die ich im Outplacementverfahren begleitete, hatte eine neue Stelle gefunden. Das Onboarding war halb vorbei. Wir wollten nun noch gemeinsam feiern. So saßen wir bei hoch sommerlichen Temperaturen draußen beim Italiener. Sie hatte am Rande immer von ihrem Mann erzählt, den ich nun bei dieser Gelegenheit kennenlernte. Er erzählte wie er vor 25+ Jahren bei seinem derzeitigen Arbeitgeber angefangen hatte. Er erinnerte sich noch an das damalige Bew
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Die inflationären Züge auf dem Arbeitsmarkt mehren sich

Drei Geschichten Alle drei Telefonate der vergangenen Woche. Geschichte 1 Ich kannte Frau B., 55 Jahre, aus der Betreuung im Jahr 2016. Mit dem Profil Kfm. Leiterin hat sie damals 40 Papierbewerbungen versendet. Daraus resultierten 10 Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch. Januar 2017 fing sie ihre neue Tätigkeit an. Nun meldete sie sich. Ihr Arbeitgeber und sie passen doch nicht gut zusammen. Sie fragt Unterstützung bei der Neu-Orientierung an. Geschichte 2 Auch Herr F. ist länger als ein J
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Dualität der Digitalisierung

Das Wort „Digitalisierung“ löst bei Gewerkschaften, Regierung und Unternehmen unterschiedliche Reaktionen aus. Am Tag der Arbeit wurde die Arbeit 4.0 von Mitarbeitervertretern auf landesweite Veranstaltungen als Gefahr für bestehende Jobs dargestellt – berechtigt. Auch die Landesregierung z.B. in Niedersachsen hat sich eher defensiv zur Schaffung von Sondervermögen entschieden. So soll dem Sonderfonds Digitalisierung in diesem Jahr zunächst 500 Millionen Euro aus Überschüssen des Landes zugeführ
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Zalando: Kostprobe Digitalisierung – Stellenab- und Aufbau gleichzeitig

Die Debatte wird seit den 60-er Jahren des vergangenen Jahrtausends geführt. Gefährdet die Digitalisierung die Zukunft der Arbeit? Oder schafft der Fortschritt neue Arbeitsplätze? Bisher waren die Ängste groß – und unbegründet. Zumindest aus globaler Sicht. Einzelschicksäle Natürlich steht hinter jedem Arbeitsplatzverlust ein Schicksal. Wer Druckformenhersteller gelernt hat, in der analogen Fotografie groß geworden ist oder sich auf die Verarbeitung von edlem Briefpapier spezialisiert hat, sieht
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Wir kennen die Realität nicht in der wir leben…

Täglich verbringen wir acht, 10 oder 12 Stunden mit der Arbeit – gewiss für viele nicht übertrieben wenn die Reisezeit mitgerechnet wird. Für Qualitätszeit mit der Familie bleiben im besten Fall drei oder vier Stunden. Dennoch wird die Tatsache, dass wir „eine Arbeit haben“ in vielen Fällen als „Glücksfall“ angesehen. Dahinter steht das Denken, dass wir „ausgewählt“ wurden aus der großen Menge von Bewerbern für den Job den wir innehaben. Dafür reagieren wir mit Dankbarkeit, Loyalität und teils m
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Mitarbeiterbindung: Loyalität ist keine Einbahnstraße

Auch während  konjunktureller Hochphasen im Zeitraum 1970 – 2000 war immer die Rede von einem Arbeitgebermarkt. Die starken Geburtsjahrgänge (Babyboomers: Nach deutscher Zählung ab Jg. 1955) kamen auf den Arbeitsmarkt. Es fand jederzeit ein Verdrängungswettbewerb statt. Arbeitgeber kannten es nicht anders, dass sie „für jede zu vergebende Position“ aus 10 guten Kandidaten auswählen konnten. Der Arbeitnehmer kam sich stets ein wenig unterwürfig vor. Er zog schließlich „den Kürzeren“. Einmal an Bo
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Zufrieden, aber insgeheim wechselwillig: Bisweilen jeder Zweite offen für neuen Job

Zwei mittelständische Unternehmen in NRW. In der einen Firma habe ich ein Teamtraining im November und Dezember 2017 durchgeführt. Den anderen Arbeitgeber habe ich Januar 2018 im Rahmen einer Nachfolgefrage beraten. Beide waren mit schmerzhaften Personalabgängen konfrontiert. Die Unternehmen waren sich bewusst, dass sie in Führungsfragen Nachholbedarf vorwiesen. Gleichwohl haben sie dieses Thema nie zu sehr ernst genommen. Im einen Fall hat die Geschäftsführungsebene Restrukturierungen (keine Kü
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Behauptung: Digitalisierung zerstört 3,4 Millionen Stellen

Am vergangenen Freitag war es dann soweit. Die FAZ platzierte die Aussage des IT-Brancheverbandes prominent auf der ersten Seite des Wirtschaftsteils. Natürlich ist die Aussage nicht neu. Nicht in diesem Jahrhundert und nicht seit dem Begriff Produktion 4.0. Ist sie aber richtig? Da wir – bekanntlich – immer nur die Vergangenheit kennen, aber nicht die Zukunft, ist die Behauptung grundsätzlich mit Unwägbarkeiten verbunden. In diesem Fall ist das Wort „spekulativ“ nicht unbegründet. Die Reaktion
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