HSP: Segen und Fluch Hochsensibilität – Bedeutung für das Job-Hunting

Selten habe ich einen derart qualifizierten Artikel über HSP, Hochsensibilität, gelesen! In meiner Beratung treffe ich gelegentlich auf Personen die sich deutlich in diesem Profil erkennen. Es kommt dann die Frage auf, welche Berufe für diese Personen besonders in Frage kommen. Häufig sehen „Betroffene“ eher die Nachteile als die Vorteile. Gleichwohl zeichnet eine Tiefe, eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit der Thematik am Arbeitsplatz, verbunden mit einem Höchstmaß an Empathie dem Umfeld gegenüber diese Menschen aus. Unter welchen Umständen können HSP-ler also reüssieren?

Zunächst gibt es zu bedenken, dass der Arbeitsplatz folgende Rahmenbedingungen bieten sollte:

  • Eine gewisse Routine in den Abläufen, nicht unbedingt im Aufgabengebiet – keine ständigen Veränderungen, Möglichkeit zu gewissen „Ritualen“ und Rückzugsmöglichkeiten
  • Keine überbordende Reisetätigkeit und mehrtägigen Auslandsaufenthalte
  • Vermeidung eines feindlichen, von Konflikten geprägten, Umfeldes
  • Keine „Entertainment-Funktion“, die Pflicht, Arbeitskollegen emotional zu berühren, verbal, durch eigene Präsentationen
  • Eher langfristige Projekte die „geboren werden“ als die Notwendigkeit „unter Druck“ kurzfristige Ergebnisse zu liefern

 

Wo können diese Ansprüche realisiert werden?

  • In Funktionen wo Themen „heran reifen“, wie Design, Strategie-Entwicklungen im Marketing, Identitätsfragen, die Begegnung von Kundenbedürfnissen die noch nicht von der Zielgruppe artikuliert wurden
  • Zukunftsforschung, Mega-Trends erkennen, Intuition der Gesellschaft gegenüber – Stimmungen aufnehmen, Sammelbecken für Eindrücke, wie ein Schwamm – Möglichkeiten des „Sacken Lassens“ und der Auswertung
  • In Think Tanks und Forschungs-Centern – allerdings unter der Leitung eines Diversity erfahrenen Managers der einen HSP-ler gut in die Mannschaft integrieren kann und Verständnis für Anders-Sein vorweist
  • In kreativen Bereichen wo eine technische Perfektion Hand in Hand geht mit der Möglichkeit der wiederholten Übung – Begegnungen mit einem Publikum sind nicht bedrohlich, ja erwünscht, so lange das Publikum „anonym“ ist
  • Natürlich können solche Personen auch in wiederkehrenden Aufgaben sehr glücklich sein, in einem berechenbaren Umfeld das Raum für eine eigene Lebensgestaltung, Erholung und Verarbeitung außerhalb des Arbeitsplatzes lässt

 

13.08.2014

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