Digitale Sichtbarkeit
- führendes Businessnetzwerk mit 1,3 Mrd. Mitgliedern weltweit
- angelsächsisch geprägt
- Profil anlegen auf Deutsch oder Englisch möglich; es kann auch in beiden Sprachen angezeigt werden
- Überlegen, ob ein Premiumprofil Sinn macht. Die Preisgestaltung ist nicht ganz transparent, von der Berufsgruppe, dem Zeitpunkt des Eintritts und anderen Faktoren abhängig. Wenn die Kosten weniger als 10 Euro im Monat betragen, rate ich dazu. Sonst vielleicht nur für die Zeit der Suche.
- professionelles Bild erstellen (lassen) und platzieren; eine gewisse Aktualität soll gegeben sein
- auch eine bewusste Entscheidung für das Hintergrundbild treffen
- Über mich: mitunter das Wesentliche; hier sollen Keywords stehen; retrospektiv und perspektivisch
- mit Hashtags ggf. unterhalb des Profils weitere Stichworte (Kompetenzen, Funktionen, Branchen) aufführen
- LinkedIn bietet viel Raum für die Ausführungen der jeweiligen beruflichen Positionen. Machen Sie davon Gebrauch: Unterpunkte aufführen, dazu Erfolge.
- Fähigkeiten und Kompetenzen ergänzen, soweit diese nicht bereits erwähnt wurden
- Eigene Kategorie für Auszeichnungen und Veröffentlichungen? Dafür gibt es eine eigene Kategorie!
- Empfehlungen von Kollegen: Auch wenn es nicht sehr „deutsch“ ist, damit gern experimentieren.
Wer ein Profil bei LinkedIn anlegt, erhält rasch viele Kontaktanfragen. Wie ist damit umzugehen? Nun, die Frage kann nicht allgemeingültig beantwortet werden, sondern hängt von der Persönlichkeit und der Zielsetzung des Profilinhabers ab.
- Persönlichkeit: Jeder definiert das Netzwerk anders. Für manche bedeutet es, dass man „mit dem Namen noch etwas anfangen kann“. Das ist absolut legitim. In diesem Fall wird man nur solche Anfragen bestätigen, mit denen irgendwann tatsächlich mal ein persönlicher Kontakt stattgefunden hat – sei es telefonisch, per E-Mail, in einer Videokonferenz oder auch bei einer Präsenzveranstaltung.
- Zielsetzung: Vor allem Personen, die bei LinkedIn sind, um Artikel zu posten und Reichweite zu erzielen und diese zu optimieren, werden eher alle Kontaktanfragen akzeptieren. Mit diesem Personenkreis sind sie dann „verbunden“. Die Kontakte können bei LinkedIn auch vermerken, dass sie diesen Personen „folgen“ wollen. Das bedeutet, wenn der Profilinhaber etwas veröffentlicht, erscheint es bei den „Followern“ in der Zeitleiste. Sie werden darüber benachrichtigt, dass eine neue Veröffentlichung vorliegt. Gerade DAX-Wirtschaftsführer machen davon gern Gebrauch. Mit diesen Personen kommt man normalerweise nicht so einfach in Kontakt. Nun kann man sehen, was sie zur Einführung des neuen Modells auf der Messe in Tokio sagen. Andere nehmen einen auch mal mit in den Urlaub und berichten über Privates.
Mittlerweile gibt es gar Corporate Influencer wie Lara Sophie Bothur, die auf der Gehaltsliste von Deloitte, einem überaus seriösen Wirtschaftsprüfer- und Beratungsunternehmen, auftaucht und auf LinkedIn ihren 300.000 Followern Themen wie „KI“, „Kreativität“ und „Neurologie“ näherbringt.
Entsprechend gibt es also kein „richtig oder falsch“. Manche sind der Meinung, dass man nicht mit mehr als allerhöchstens 500 (eher 350) Personen mehr oder weniger in Verbindung bleiben kann. Andere finden es schön, wenn auf ihrem Profil 1.000 oder mehr Kontakte angezeigt werden.
- Fehlannahme: Manche meinen, „netzwerken“ bedeute, über eine möglichst große Anzahl an Kontakten bei LinkedIn zu verfügen. Das ist absolut irreführend. Viele Ü50er sind äußerst ernüchtert, wenn bei der Jobsuche die wahre Qualität des Netzwerks sichtbar wird. Auf alle Fälle sind Kontakte, zu denen überhaupt kein Bezug vorliegt, absolut nutzlos, wenn es um einen neuen Job geht. Ein Post im Sinne von „Wer hilft mir mit einem neuen Job?“ sagt mehr über die Qualifikation des Profilinhabers aus als über die Qualität des Netzwerks. Es ist von Anfang an klar, dass diese Aktion keine Ergebnisse bringt.
Das Gleiche machen wir nochmal bei XING:
- deutschsprachiges Karrierenetzwerk mit gut 20 Millionen Mitgliedern
- Premiummitgliedschaft – zumindest für die Zeit der Suche – sinnvoll
- professionelles Foto – durchaus dasselbe wie bei LinkedIn, gilt auch für den Hintergrund
- Über mich: Es war 20 Jahre nicht möglich, diese Information überhaupt aufzuführen. Nun wurde dieses Feld hinzugefügt und befindet sich, eher unverständlich, am Ende des Profils.
- Der Lebenslauf kann mit Copy and Paste (ggf. aus LinkedIn oder aus einer Datei) übernommen werden. Bemerkung: Sie haben hier deutlich weniger Zeichen als bei LinkedIn zur Verfügung. Somit kann ein Kürzen notwendig sein.
- Kompetenzen können von LinkedIn übernommen werden.
Nun gibt es hier noch ein paar Eigenarten, die durchaus charmant sind:
- Portfolio: Wie bereits vorher erwähnt haben Sie hier die Spielwiese für weitere Bilder, Texte, Videos und Dateien. Noch nicht erwähnt: Sie können auch das Portfolio vorschalten (über die Einstellungen). Wenn Sie seit einigen Monaten arbeitslos sind, dann können Sie natürlich Ihre letzte Funktion „weiterlaufen lassen“. Alternativ haben Sie einen tollen Text mit schönen Bildern konzipiert und diesen attraktiv in Ihrem Portfolio aufbereitet. Wer nun Ihr Profil besucht, der sieht diese Darstellung an erster Stelle. Hier grenzt sich XING von LinkedIn mit der Option eines individuellen Layouts ab. Und nicht vergessen: Sie können festlegen, dass die auf Ihre Selbstvermarktung und die Jobsuche ausgerichtete Darstellung Ihres Portfolios lediglich für Headhunter einsehbar ist (Einstellungen).
- Datenbank: Wenn Sie mit einem Premiumprofil auf „Mitglieder suchen“ klicken, öffnet sich ein Menü mit der Option „Erweiterte Suche“. Darunter verbergen sich derzeit 17 Felder. Ein Feld heißt „Branche“. Dort können Sie „Personaldienstleistungen“ markieren. Nun werden alle Mitglieder aufgelistet, die in diesem Bereich tätig sind. Zu meinem aufrichtigen Bedauern hat XING das Feld „Ich suche“ entfernt. Darin hatten Headhunter angegeben, für welche Positionen sie Kandidaten gesucht haben.
Sie können die gefundenen Personaldienstleister noch immer mit einer Stadt oder einem Bundesland verbinden. Auf diese Weise werden Sie möglicherweise noch auf weitere Personalvermittler aufmerksam, als Ihnen bereits bekannt waren. Wenn Sie deren Profile besuchen, sehen Sie, ob die Ausrichtung des Recruiters zu Ihrem Profil passt.
- Freundlich: Sie können auch (wenn auch in überschaubarer Menge) direkte Nachrichten an Mitglieder schreiben, mit denen Sie nicht verbunden sind.
- Apropos: Bei XING können Sie einen täglichen Newsletter („News“) zu Themen wie „Personalwesen“ und „Wirtschaft & Management“ abonnieren. Sie erhalten eine Auswahl von entsprechenden aktuellen Artikeln aus verschiedenen Medien.
Die Handhabung der Kontakte ist bei XING etwas anders als bei LinkedIn:
- Wenn Sie etwa die Erwartung eines Mitglieds hinsichtlich der Kontaktanfrage erörtern wollen, können Sie diese erfragen, bevor Sie den Kontakt bestätigen.
- XING hat sich – und manche sagen leider – nicht zu einer Plattform entwickelt, die wirklich Raum zum „Bloggen“ bietet (es sei denn von durch XING auserwählten Autoren). Für diesen Zweck („Reichweite“) bedarf es somit keiner großen Anzahl an Kontakten.
- Wem es „peinlich“ ist, dass er über lediglich acht Kontakte verfügt, kann diese verbergen (Einstellungen), um sie ggf. zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar zu machen.
- Niemand muss sich rechtfertigen, wenn er Kontaktanfragen nicht bestätigt. Auch für den Anfragenden geht deswegen die Welt nicht unter.
- Es ist absolut legitim (wie im Finanzbereich beim Rebalancing), dass Sie Ihren Bestand gelegentlich anschauen und sich einfach von Kontakten lösen, mit denen Sie nichts mehr verbindet. Diese löschen Sie dann. Ihr Kontakt wird darüber auch nicht benachrichtigt.
- Abschließend und das gilt auch für LinkedIn: Die Qualität Ihrer Kontakte sagt natürlich auch etwas über Sie aus: Sag mir, wer deine Freunde sind, und ich sage dir, wer du bist.
Bemerkung: Nachdem LinkedIn zunehmend dazu ermutigt, neue Kontakte zu gewinnen und Reichweite aufzubauen, meinen manche, dass die Kontakte bei XING persönlicher sind.
Weitere Profile
Ab diesem Zeitpunkt schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Bei der Beantwortung möchte ich gern Ihre persönliche Affinität zu sozialen Medien berücksichtigen. Es bringt nichts, etwas zu forcieren, das Ihnen extrem viel Mühe bereitet. Daher hängt die weitere Vorgehensweise von zwei Fragen ab:
- Ist eine minimale technische Kompetenz vorhanden und etwas Spaß an der Auseinandersetzung mit digitalen Themen? Wenn Sie das alles eher abstößt und Sie sich beim Anlegen von Profilen quälen, dann werden Sie die weiteren Hinweise vor große Herausforderungen stellen.
- Haben Sie die Fähigkeit und auch Lust, Wissen weiterzugeben und sich dabei kreativ auszudrücken? Interesse an Inhalten im Internet, die Ihr Fachgebiet betreffen, wäre ebenfalls hilfreich. Wenn Sie sich dazu noch gern mit redaktionellen Themen, Journalismus und Semantik auseinandersetzen, dann sind Sie für die folgenden Hilfestellungen gut vorbereitet.
Linkedin- und XING-Accounts sind eine Grundvoraussetzung für die digitale Sichtbarkeit. Die folgenden Social-Media-Kanäle sind optional und kosten kein Geld. Sie müssen nur etwas Zeit und ein wenig Kreativität mitbringen (wenn Sie alles beherzigen, vielleicht ein bis zwei Stunden pro Woche).
Ich wiederhole das Ziel nochmals: Wenn Sie ein Experte für beispielsweise den verdeckten Arbeitsmarkt, Pumpen, Zulassungsverfahren von Generika, Mitarbeitermotivationsmodelle oder Vergütungssysteme sind, dann werden Sie bei der Eingabe dieser Stichworte umso leichter gefunden, wenn Sie dazu im Internet Beiträge veröffentlicht haben. Hat man Sie einmal auf einer Seite gefunden und gibt Ihren Namen in eine Suchmaschine ein, erscheinen natürlich auch die anderen Plattformen, bei denen Sie Artikel, Aussagen oder Hinweise hinterlegt haben. Vorteil der Streuung: Sie belegen und bestimmen inhaltlich die ersten zehn Suchergebnisse.
Facebook erregt immer wieder die Gemüter. So könnten wir eine lange ethische Diskussion über das Geschäftsmodell dieses Unternehmens führen. Damit befasst sich dieses Buch aber nicht. Das gilt übrigens für alle Plattformen: X, ehemals Twitter, hat nach der Übernahme durch Elon Musk eine abenteuerliche Geschichte hinter sich. YouTube gehört zu Google. Instagram ist eine Tochtergesellschaft von Facebook. Und LinkedIn gehört – im Übrigen – zu Microsoft. Deshalb nehmen wir schlicht zur Kenntnis, dass es Facebook gibt, und schauen pragmatisch, welche Optionen sich bieten, wenn gewisse Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Sie entscheiden für sich, ob Sie davon Gebrauch machen möchten.
Wenn ich von Facebook rede, meine ich kein privates Konto. Ähnlich wie die Lufthansa, REWE oder Volvo können Sie eine Seite zu Ihrer Person anlegen. Klicken Sie unter www.facebook.com auf „Erstelle eine Seite“. Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass als Hinweis „für einen Star, eine Marke oder ein Unternehmen“ angezeigt wird. Heute sind Sie der Star!
Die erste Gestaltungsmöglichkeit haben Sie bereits beim Namen des Profils. In meinem Fall heißt es https://de-de.facebook.com/zeylmans.karrierecoach/ und ist damit der erste Hinweis auf meine Expertise. Statt „zeylmans. karrierecoach“ könnte hier „mueller.oelpumpen“, „meyer_zulassungsverfahren _generika“ oder „hinze_motivationsmodelle“ stehen. Wenn ich mir bei Google die Suchergebnisse zu meinem Namen ansehe, wird meine Facebook-Seite folgendermaßen angezeigt: „Finden Sie Ihren Traumjob im verdeckten Arbeitsmarkt mit Karrierecoach Vincent Zeylmans ...“ Das sind alles schon mal handfeste Vorteile.
Bisher haben wir nur von einer einmaligen Aktion des Profilanlegens gesprochen. Zeitaufwand: fünf Minuten. Schon haben wir die Top Drei (XING, LinkedIn, Facebook) belegt, wenn unser Name aufgerufen wird – und der Interessent hat einen ersten Eindruck von uns gewonnen. Wir haben mit extrem wenig Mühe eine hoch multiplikative Wirkung erzielt!
Was sollten Sie nun weiter mit diesem Profil machen? Nun, hier können Sie Ihre fachliche Expertise zu den Pumpen oder den Motivationsmodellen kundtun. Das bedeutet nicht, dass Sie jedes Mal einen genialen Geistesblitz haben müssen, bevor Sie aktiv werden können. Es ist sehr einfach, etwas auf der Facebook-Seite zu veröffentlichen, das Ihnen im Internet thematisch passend auffällt. Sie kopieren den Link des Artikels und fügen ihn in einen eigenen Beitrag ein oder teilen den Artikel einfach. Dazu werden ein Teaser und das Bild des Artikels angezeigt, ein „Anlesen“ der ersten Zeilen des Artikels ist somit möglich. Nun liegt es nur noch in Ihrer Hand, dieses Thema kurz zu kommentieren. Warum denken Sie, dass die Aussage bedeutend ist? Was sind die Konsequenzen für die Branche? Welcher Trend wird sichtbar?
Wenn andere meinen, dass Ihre Informationen nützlich sind, dann können sie auf dem Laufenden gehalten werden, indem sie Ihre Seite „liken“ und sie somit abonnieren. Zusätzlich können Sie erlauben, dass eine Diskussion entsteht, indem andere Ihre Beiträge kommentieren dürfen.
Sie werden feststellen, dass sich Facebook Gedanken über das Layout gemacht hat. Ohne Ihr Zutun sieht Ihre Seite einfach gut und gepflegt aus. Wenn Sie mehr über Auswertungsverfahren, die Funktionalität der Seite und sonstige Hilfestellungen, die zu Ihrem Erfolg beitragen können, erfahren möchten, dann gibt es dazu vielfältige externe Literatur sowie natürlich Facebook-interne Hinweise.
X (vorher Twitter)
X ist noch mit deutlich weniger Aufwand in der Handhabung verbunden. Auch hier werden Sie von Google mit einer Voransicht Ihres Profils verwöhnt, in meinem Fall: „Erschließen Sie den verdeckten Arbeitsmarkt mit Karrierecoach und Buchautor Vincent Zeylmans ...“ Ich möchte mich nicht wiederholen – aber auch hier: Ihre Kompetenzen werden sichtbar.
Wir verfügen hier nur über wenige Zeichen, um unsere Meinung kundzutun. Entweder Sie geben etwas Geistreiches und Kreatives von sich oder – und dazu rate ich – Sie binden andere Quellen ein: Eine Webseitenadresse wird nicht in ganzer Länge zu den 280 zur Verfügung stehenden Zeichen dazugerechnet. Außerdem können Sie auch hier Bilder, Gifs und Videos mit einbinden.
Nun stellt sich noch eine Strategiefrage: Entweder wiederholen Sie (mehr oder weniger), was Sie bereits bei Facebook gepostet haben. Der Vorteil: Die Suchmaschinen verbinden Ihren Namen noch stärker mit dieser Kompetenz und somit tauchen Sie schneller auf, wenn dieses Keyword eingegeben wird. Der Nachteil: Es wird ein bisschen langweilig, wenn jede Plattform „mehr vom Gleichen“ zeigt. Es verwundert dann nicht, wenn sich Ihre Follower Ihre verschiedenen Accounts nicht ansehen …
Alternative: Sie können auf Facebook über Pumpen reden und bei Twitter über die Ölbranche. Dadurch werden Sie als Spezialist für Ölpumpen besonders sichtbar. Oder Sie belegen Ihr Facebook-Profil mit Ihrer Fachkompetenz im Bereich „Zulassungsverfahren“. Bei Twitter verweisen Sie auf Links zum Thema „Generika“.
Bei Twitter haben Sie Follower und können selbst anderen folgen. Außerdem können Sie jedem direkt eine persönliche Nachricht senden (@Nutzername). Wollten Sie Friedrich Merz persönlich schon immer einmal etwas sagen? Dann haben Sie hier die Gelegenheit!
YouTube
YouTube unterscheidet sich von den anderen Kanälen dadurch, dass es sich hier um eine Plattform für Videos handelt. Auch hier ist die Google-Darstellung wieder besonders attraktiv. In meinem Fall heißt es in der allerersten Zeile: „Vincent Zeylmans – Was ist der verdeckte Arbeitsmarkt – YouTube“, und gleich darunter: „Vincent Zeylmans erklärt den verdeckten Arbeitsmarkt.“ Besser geht es nicht!
Der Vorteil von YouTube: Unsere Kommunikation wird nicht nur inhaltlich wahrgenommen wird, sondern auch – und vor allem – über die Körpersprache und Intonation. Das gesamte Spektrum wird auf YouTube hör- und sichtbar. Möglicherweise gibt es von Ihnen Videos, mit denen Sie zufrieden sind. So gibt es von mir beispielsweise eine Aufnahme eines Vortrags in einer Buchhandlung. Alternativ stellen Sie eine Digicam auf, befestigen Ihr Smartphone auf einem Stativ oder setzen sich vor Ihren Laptop und lassen die Kamera laufen. Auch hier die Frage: Bestehende Expertise verstärken – indem Sie beispielsweise wie auf den anderen Social-Media-Plattformen zum Thema „Tendenzen in der Produktentwicklung von Ölpumpen“ referieren – oder noch eine weitere Kompetenz sichtbar werden lassen? Vielleicht sind Sie Geschäftsführer Vertrieb für Ölpumpen und wählen für diesen Kanal das Thema „Führung“, weil es Sie ebenso begeistert. Dann wird unter den ersten zehn Suchergebnissen Ihres Namens sichtbar, dass Sie eine Expertise für Pumpen, Öl und Führung vorweisen.
Der Mensch ist ein Bildbetrachter und Instagram die Plattform dafür. Die Frage ist, ob sich diese Fotos – die meist mit einem Smartphone aufgenommen werden, da Instagram sich primär auf eine mobile Anwendung fokussiert – auch mit der persönlichen beruflichen Profilierung kombinieren lassen.
Die Antwort lautet eindeutig: Ja. Aber es gilt, einige Aspekte bei der Bildauswahl zu berücksichtigen, wenn der Instagram-Account einen Nutzen für die Karriere haben soll. Der Sonnenuntergang auf Hawaii, die Blaue Lagune auf Island oder die Halong-Bucht in Vietnam eignen sich weniger als Motiv. Warum? Die Fotos sind bestimmt von bestechender Schönheit, aber zu sehr steht hier die „Hier war ich auch“-Aussage im Vordergrund.
Es ist jedoch legitim, sich als Architektin in Stuttgart vor der Weißenhofsiedlung ablichten zu lassen. Der Text erlaubt dann eine kleine Ausführung über Mies van der Rohe und das Bauhaus. Einen Bezug zum Job stellt auch der Elektroingenieur her, der mit dem mit Wasserstoff betriebenen Hyundai Nexo gefahren ist, als er das Auto fotografiert und die Fahrt kommentiert hat. Oder der Geschäftsführer eines in Deutschland vertretenen chinesischen Unternehmens, der über die 55 Kilometer lange Brücke zwischen Hongkong, Macau und dem Festland fährt und ihre Bedeutung für den Handel beschreibt. Diese Art von Selbstdarstellung auf Instagram kann Ihre Leidenschaft für den Beruf deutlich machen.
Es ist nicht auszuschließen, dass Sie auch privat einen Account bei Instagram haben. Das ist kein Problem. Seien Sie sich aber bewusst, dass auch die hier platzierten Einträge sichtbar werden. Ich habe in meiner „Bio“ im privaten Account auf meinen Businessaccount verwiesen. Und auf meinem Businessaccount habe ich wieder einen Link auf meine Webseite gelegt.
Sonstige Maßnahmen
Machen weitere Profile Sinn? Ich habe bereits abgestuft: LinkedIn und XING als Pflichtübung für jeden. Facebook, X, YouTube und Instagram sind wirklich benutzerfreundliche Plattformen und für alle empfehlenswert, die Lust auf die digitale Welt haben. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Maßnahmen, die ich erwähnen möchte, für Personen, die einen gewissen Gefallen daran finden, gelegentlich einen redaktionellen Beitrag zu liefern.
Blog
Sagen Sie gern Ihre Meinung? Fällt Ihnen das Schreiben leicht? Dann verfassen Sie doch einen regelmäßigen Blog! Dazu eignen sich sicherlich bestimmte Themengebiete besser als andere. In der Politik ist mehr Bewegung als im HNO-Bereich. Dennoch ist primär Ihre Leidenschaft von Bedeutung. Worauf müssen Sie sich gefasst machen? Bei allen zuvor besprochenen Plattformen sollten Sie mindestens zweimal pro Monat etwas posten. Beim Blog noch öfter.
Ein Anfang und ein Ende der Social-Media-Aktivitäten sind immer etwas schwierig. So wie es (fast) zu spät ist, erst im Internet sichtbar zu werden, wenn Sie es benötigen, so sollten Sie auch nicht mit Ihren Aktivitäten aufhören, wenn Sie eine neue Stelle gefunden haben. „Die nächste Suche kommt bestimmt“, hört sich etwas lapidar an, ist aber realistisch. Der Vorteil: Dann sind Sie bereits gut aufgestellt. Außerdem können Sie aufgrund Ihrer Präsenz in der digitalen Welt jederzeit für eine neue berufliche Herausforderung angesprochen werden – und „Nein“ können Sie immer sagen.
Die bekannteste Blogplattform ist WordPress. Das Internet bietet zahlreiche Informationen, wie Sie einen Blog erstellen. Gerade YouTube-Videos liefern visuelle Unterstützung.
Die Realität ist allerdings, dass LinkedIn WordPress in gewisser Weise den Rang abgelaufen hat, auch wenn ich hier ein wenig Äpfel mit Birnen vergleiche. Ohne es unnötig kompliziert zu machen:
- LinkedIn war zunächst eine Businessplattform, eine digitale Visitenkarte mit einem Fokus auf die angelsächsischen Länder.
- Dann hat LinkedIn den Fokus mehr auf die Dienstleistung des Recruitings gelegt. Noch immer war ein Profil bei LinkedIn unverdächtig, allerdings wurde mehr öffentlich damit geworben, dass LinkedIn auch bei der Personalsuche und dem Finden eines neuen Jobs behilflich sein könnte. Das verstärkte sich nach der Übernahme durch Microsoft. Mitglieder konnten zu erkennen geben, wenn sie auf Jobsuche waren („Open to work“). Arbeitgeber wurden regelmäßig gefragt, ob sie Positionen zu besetzen hatten. Auch erhielten Mitglieder regelmäßig Jobvorschläge, die zu ihrem Profil passten. Inoffiziell ist LinkedIn auch zu einer Jobbörse mutiert und ist somit zu einem nicht unbedeutenden Wettbewerber des Branchenprimus Stepstone geworden.
- Die Sache wird noch komplexer: Wirtschaftslenker, Politiker, Vordenker, Philosophen, Autoren, Musiker … – eigentlich alle (!) finden hier eine wunderbare Plattform, auf der sie ihre Meinung kundtun können, verbunden mit dem Zauberwort „Reichweite“. Dazu werden ganze Kurse angeboten, die in die Algorithmen von LinkedIn einführen.
Es ist möglich, Beiträge zu liken, diese zu kommentieren, sie weiterzuleiten oder auch im eigenen Netzwerk zu veröffentlichen.
Ich benötige bereits drei Bulletpoints, um nur die Schwerpunkte aufzulisten. Diese Vermischung führt nicht nur zu Begeisterung. Für manche ist LinkedIn bereits das neue Facebook (während es „früher“ ein Businessnetzwerk war). Was allerdings die Konkurrenz zu Blogs bei WordPress angeht: Fast jeder ist bei LinkedIn gelistet und ich kann sofort sehen, was diese Person von sich gibt: Kommentare zu anderen Beiträgen, Likes, Posts, eigene Artikel usw.
Podcast
Mit etwas mehr Aufwand kann auch ein Podcast installiert und betrieben werden. Es wird zwischen einem Audio- und Videopodcast unterschieden. Sollte ein Podcast gut funktionieren, ist das Layout der Übersicht wichtig. Interessenten sehen auf einen Blick – wie in einem Buch bei der Kapitelübersicht –, welche Inhalte zur Verfügung stehen.
Häufig werden in einem Podcast Interviews geführt. Das ist jedoch kein notwendiges Format. Experten können ihr Wissen teilen. Dabei handelt es sich dann um Vorträge. Auch ein Mitschnitt von Vorlesungen ist möglich. Ein anderes Format sind Gesprächsrunden oder Panel-Diskussionen. Ein gewisses Thema kann auch über mehrere Episoden hinweg vertieft oder erweitert werden wie bei einem Hörbuch.
Die Qualität der Aufnahmen sollte gut sein. Somit gilt eine einmalige Investition in ein externes Mikrofon oder ein gutes Headset. Eventuell sollte die Tonqualität noch nachgearbeitet werden. Visuell zählt der erste Eindruck.
Webseite
Es ist gar nicht so ungewöhnlich, sich seinen Nachnamen als Domain eintragen zu lassen. Mareike Mauerblume registriert die Website www.mauerblume.de. Elegant: Ihr Mann Peter hat nun die E-Mail-Adresse , sie und ihr Kind Arthur muss ebenfalls nicht länger bei Web.de oder Hotmail einen Account anlegen.
Die eigene Webseite, die man selbst gestaltet oder sich für wenig Geld einrichten lassen hat, kann als Steuerungscockpit verwendet werden. Zum einen wird auch diese sehr weit oben von Suchmaschinen angezeigt, wenn Ihr Name eingegeben wird. Zum anderen sind Sie selbst Herr im Hause. Facebook könnte morgen die Spielregeln ändern, WordPress die Preise und X Insolvenz anmelden. Bei einer Webseite bestimmen Sie das Geschehen.
Vielleicht richten Sie die Webseite so ein, dass sie einen beruflichen Teil hat (auch hier können Sie Beiträge wiederholen oder ergänzen) und einen privaten. Sind Sie Hobbymusiker und spielen Klarinette im Orchester? Dann zeigen Sie das! So mancher Arbeitgeber wird daran Gefallen finden. Leiten Sie eine Jugendtheatergruppe oder haben Sie letztes Jahr zwei Wochen in Irland gezeltet? Auch das wird Unternehmen begeistern!
Buchveröffentlichung
Ja, ich meine es ernst! Ich habe mindestens drei Bücher in meinem Schrank von Klienten, die diesen Rat ernst genommen haben. Man braucht heute keinen Lektor, keinen Verlag und kein Geld. Ohne Kosten kann jeder ein Buch veröffentlichen! Auch hier dreht sich alles um Inspiration. Was wollen Sie mitteilen? Wenn ich bei meinen oben genannten Beispielen bleibe, sind Sie der Fachspezialist für Motivationsmodelle. Schreiben Sie eine geschichtliche Abhandlung oder führen Sie die Modelle kurz ein und beschreiben die jeweiligen Vor- und Nachteile.
Praktisch laden Sie zum Beispiel bei Book on Demand (www.bod.de) eine Software herunter, in die das Manuskript kopiert wird. Da es keiner korrigiert, sollten Sie selbst gut überprüfen: Seitenumbrüche, das Einbinden von Bildern, Rechtschreibfehler. Wenn Sie zufrieden sind, laden Sie den Inhalt hoch und legen den Kaufpreis fest. Schon kann jeder bestellen und Sie erhalten das Autorenhonorar. Um zu vermeiden, dass nur Ihre Familie ein Exemplar bestellt, sollten Sie das Buch für etwa 50 Euro mit einer ISBN-Nummer versehen. So können Sie es bei Amazon listen und es kann von jeder Buchhandlung bestellt werden.
Unter den Top-Ten-Suchtreffern werden Sie nun auch als Autor geführt, was Ihre Kompetenz noch einmal enorm verstärkt. Sie werden sich wundern, auf wie vielen Webseiten Ihr Buch plötzlich auftaucht, denn viele Buchhandlungen weisen darauf hin, dass Ihr Werk über sie bestellt werden kann – sofern es eine ISBN-Nummer trägt.
Wer bereits mit einem Verlag arbeitet, kennt die professionellen Dienstleistungen, die erbracht werden. Darunter:
- Plausibilitätsprüfung der inhaltlichen Erfolgsaussichten
- Konkurrenzprüfung zu bereits veröffentlichten Titeln zu diesem Thema und somit attraktive Titelfindung, die ein Alleinstellungsmerkmal aufweist
- professionelle Covergestaltung
- ansprechende Layoutgestaltung
- Lektorat des Inhalts (Vorschläge zu inhaltlichen Anpassungen sowie professionelle Rechtschreibprüfung)
- Bücher erscheinen als Printausgabe, die in Buchhandlungen verkauft werden
Wer diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchte, der kann sich natürlich einmal an einen Verlag wenden. Es ist auch möglich, die Dienstleistungen (z. B. Lektorat) freiberuflich einzukaufen. Wer das Wort „Selfpublishing“ in einer Suchmaschine eingibt, findet entsprechende Verlage, die diese Dienstleistungen – kostenpflichtig – erbringen.
Google-Unternehmensprofil
Am Rande sei hier noch die Option eines Google-Unternehmensprofils vermerkt. Diese Möglichkeit ist nur für Personen relevant, die eine selbstständige Tätigkeit ausüben oder ein Unternehmen führen. Wer aus der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis zurückkehren möchte (und das sind gar nicht so wenige), für den kann es hilfreich sein, wenn Bewertungen der vorherigen Tätigkeit vorliegen.
Es ist grundsätzlich etwas schwieriger, die freiberufliche Tätigkeit zu dokumentieren, zumal es auch kein Zeugnis darüber gibt. Ggf. können Kundenreferenzen vorgelegt werden, aber auch das ist die Ausnahme. Wer 20 Jahre selbstständig war und davon gelebt hat, der kann natürlich die Dienstleistung, Umsatzzahlen und die Entwicklung kundtun.
Auch hier besteht die Gefahr, von der einen oder anderen Seite vom Pferd zu fallen:
- War ich erfolgreich? Warum möchte ich dann zurück (oder das erste Mal) in ein Angestelltenverhältnis wechseln?
- War ich nicht erfolgreich? Warum sollte der Arbeitgeber mich dann einstellen?
Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Nicht wenige sind – mehr oder weniger freiwillig – während der Coronapandemie den Weg in die Selbstständigkeit gegangen. Nun kann damit argumentiert werden, dass es doch etwas einsam ist und der Anschluss an der Teamarbeit gesucht wird. Andere waren vielleicht erfolgreich, sehnen sich aber doch nach der Professionalität, den Tools sowie der Wirksamkeit eines Großunternehmens zurück.
So oder so ist es hilfreich, wenn es eine Reihe von Kundenbewertungen gibt, die die Professionalität der vor- oder bisherigen selbstständigen Tätigkeit dokumentieren. Das Problem: Rückwirkend lässt sich das nicht herstellen. Deshalb habe ich dieses Thema nur als Randnotiz für die kleine Gruppe erwähnt, die damit etwas anfangen kann.
Das Anlegen des Unternehmensprofils dauert fünf Minuten und ist kostenlos. Zufriedene Kunden bewerten gern, wenn man sie darum bittet.
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