Rückschau auf das vergangene Jahr - Vorschau auf 2026
Anzahl der Erwerbstätigen 2025: Wahrnehmung und Wirklichkeit
An Hiobsbotschaften, was den Arbeitsmarkt betrifft, hat es im Jahr 2025 nicht gemangelt:
🔹 Mercedes hat ein Freiwilligenprogramm gestartet, mit dem Ziel, 40.000 Arbeitsplätze abzubauen
🔹 VW spricht vom Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen an deutschen Standorten
🔹 Die Deutsche Bahn will 30.000 Stellen abbauen
🔹 Bosch spricht von 20.000 Jobs
🔹 SAP redet von 10.000 Stellen weltweit, wovon ein großer Teil auf Deutschland entfällt
Diese Liste könnte beliebig verlängert werden.
Schon entstehen Schreckensszenarien bezogen auf ganze Branchen:
➡️Automobilbau & Automobilzulieferer
➡️Chemie
➡️Maschinenbau
➡️Metallerzeugung und Bearbeitung
➡️Anlagenbau
Wie ist die Arbeitsmarktlage einzuschätzen?
Es wundert nicht, dass eine der häufigsten Fragen meiner Mandanten die ist, wie ich die Arbeitsmarktlage einschätze, ob sie überhaupt noch eine Chance haben, und wie lange es – meiner Beobachtung nach – dauert, bevor ein neuer Job gefunden wird.
Da überrascht es dann doch, dass der Arbeitsmarkt im Jahr 2025 weiterhin beim Höchststand von 46 Mio. Erwerbstätigen verharrte bei einem marginalen Minus von fünftausend Personen im Vergleich zum Jahr 2024.
Wieso bleibt der Arbeitsmarkt stabil, wenn so viele Stellen abgebaut werden?
Das kann nur sein, wenn andere Branchen aufbauen. Ja, genau!
⚡Gesundheits- & Sozialwesen (inkl. Pflege)
⚡Informationstechnologie & Digitalisierung
⚡Logistik & Transport
⚡Bau- und Handwerksbetriebe
⚡Öffentlicher Dienst
Allein im öffentlichen Dienst (Sozialwesen, Erziehung, Dienstleistungen) wurden mehr als 200.000 Stellen aufgebaut. Ob eine Staatsquote von ca. 50 Prozent wünschenswert ist, könnte Inhalt eines anderen Beitrags sein – Tatsache ist, dass wir erschlagen werden mit Angstszenarien, die sich in unserem Kopf festsetzen, während von beruhigenden oder gar ermutigenden Nachrichten kaum die Rede ist.
Wenn mehr Babyboomer in den Ruhestand gehen als Generation Z nachkommt, wie wird die Lücke dann geschlossen?
Wenn uns dann noch bewusst ist, dass 2025 ca. 1,4 Mio. Babyboomer in den Ruhestand gegangen sind und ca. 700.000 Generation Z ins Berufsleben eingestiegen sind, haben die Rentner nicht nur Platz für die neue Schicht gemacht, sondern die Stellen wurden von anderen Personen aufgefüllt.
Hier sollten wir nicht zu schnell an Einwanderung denken, denn es verließen auch ca. 1 Mio. Personen die Bundesrepublik im Jahr 2025. In der Tat lag die Netto-Zuwanderung bei ca. 300.000 Personen. Nicht vergessen: Eine höhere Erwerbsquote bei Frauen (200 Tsd.) sowie 150 Tsd. Rentner, die noch weiterarbeiten und 50 Tsd. Nebenjobs.
Bilder im Kopf beeinflussen die Emotionen im Herzen – und somit die täglichen Aktionen
Da Bilder uns steuern, lohnt es sich, dass wir über die Hygiene unserer Gedanken wachen. Entmutigung, Pessimismus und Passivität führen – logischerweise – zu anderen Aktionen als Ermutigung, Optimismus und eine proaktive Haltung. Glauben wir nicht zu schnell alles, was wir lesen. Oder vielleicht besser: Lassen wir die Berichterstattung als eine Meinung oder eine Seite der Medaille stehen. Leider verkaufen sich schlechte Nachrichten besser als gute – wenn uns dies bewusst ist, sind wir schon mal besser gegen den Angriff auf unsere Emotionen gerüstet.
