Bewerben? Diese 5 Punkte haben sich seit der Einführung generativer KI geändert!

  1. Quantität schlägt Qualität

Nie war es einfacher, Bewerbungen einfach, in guter Qualität zu versenden. Wer einen Lebenslauf mit einer Stellenausschreibung in KI verknüpft, ggf. noch zusätzlich mit seinem LinkedIn-Profil und dem Jahresabschluss (qualitativer Bericht) aus dem Bundesanzeiger, erhält ein hochwertiges Ergebnis. Konsequenz: Da dieses derart einfach ist, machen viele davon Gebrauch.

Die Kehrseite der Medaille: Unternehmen kapitulieren teils vor der Flut der Bewerbungen und schauen sich lediglich einige an. Dieser Effekt muss durch eine erhöhte Anzahl Bewerbungen kompensiert werden.

Keiner soll sich unnötig Gedanken machen, warum er/sie nicht eingeladen wird „obwohl alles doch gepasst hat“. Der Arbeitgeber hat es einfach nicht hinbekommen (und dieses gilt vor allem für den Mittelstand), alle Bewerbungen zu sichten.

  1. Schnelligkeit schlägt Präzision

Es ist ein edles Bestreben, eine hochwertige Bewerbung zu versenden. Wer Informationen zum potenziellen Arbeitgeber sammelt, sich die Bemerkungen bei Kununu anschaut, Treffer bei Suchmaschinen durchliest – und über das Ergebnis vielleicht noch eine Nacht verstreichen lässt, generiert eine Reaktion auf die ausgeschriebene Position in hoher Qualität.

Die Gefahr, wie oben gesehen: Die Bewerbung wird nie gelesen. So lautet das neue Gebot, schnell zu sein – und auch dieses von allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen, die keine unterstützende Maßnahmen ergreifen, Bewerbungen von KI selektieren zu lassen.

  1. Wiederholungen der Anforderungen schlagen Kreativität

Galt es vor dem Einsatz von KI durch Arbeitgeber bei der Auswahl der Bewerbungen (ATS: Applicant Tracking Systems) kreative Rückmeldungen zu den Anforderungen zu geben, gilt heute (gerade bei Konzernen, die Bewerbungen filtern), die gewünschte Qualifikation als „Key-Words“ zu wiederholen.

Vor KI war es eine Frage der Ehre, eine andere Wortwahl zu verwenden und Kompetenzen durch Beispiele zu veranschaulichen. Heute gilt es zunächst, die digitalen Mauern mit der gleichen Verwendung der Passgenauigkeit zu durchbrechen – um dann dennoch interessant genug zu sein (und kein Papagei), wenn ein „Mensch“ die Bewerbung zu Gesicht bekommt: eine Gratwanderung!

  1. Tradition schlägt Innovation im Layout

Galten Lebensläufe, die heruntergeschrieben wurden als langweilig oder ein Kennzeichen der Generation Ü50, werden sie nun – zwangsweise – neu entdeckt. Die Ära Canva bot jedem die Möglichkeit, ein ansprechendes Layout zu finden.

Nachteil: Häufig befanden sie zwei Spalten nebeneinander. Links vom beruflichen Werdegang wurden persönliche Angaben aufgeführt, Sprach- und IT-Kenntnisse sowie persönliche Kompetenzen, vielfach von Icons veranschaulicht. Die Personalabteilungen freuten sich über die individuelle Note. Die KI-Filter kommen nicht alle damit zurecht und weisen die Bewerbung ab. Wer sicher gehen will, kehrt zur einfachen Auflistung zurück.

  1. KI tut Not – in Maaßen

Die LLMs (Large Language Models) sind in der Qualität nahezu unschlagbar. Es ist fast fahrlässig, eine Bewerbung nicht einmal von ChatGPT & Co. beurteilen zu lassen. Die Versuchung: Die freundlichen Anfragen, Vorschläge zur Optimierung zu unterbreiten, zu bejahen. Auf jede Bestätigung folgt eine weitere Verfeinerung bis die „Conversational AI“ zufrieden ist.

Gefahr: Das Ergebnis ist deutlich als von KI optimiert (und wo liegt die Grenze zu: generiert?) erkennbar. Nicht der hebt sich ab, der perfekte Bewerbungsunterlagen einreicht, sondern die Person, welche durch das Unvollkommene aber menschlich Erarbeitete – und das noch in hochwertiger Qualität – herausragt.

Fazit

Eine fast unlösbare Aufgabe: Viele Bewerbungen schnell auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Stellen-Anforderungen als Key-Words zu wiederholen und diese mit eigener Umschreibung zu ergänzen. Dieses alles in eine gut leserliche Form zu bringen, möglichst einspaltig – allerdings mit Akzenten, die ansprechen und zum Eintauchen in die Bewerbung animieren. Grobe Unachtsamkeiten sollen von KI identifiziert werden. Gleichzeitig soll die menschliche Handschrift erkennbar bleiben. Geht doch, oder 😉?

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